Dienstag, 7. Juli 2026

Fifa – die lebendige Verkörperung der Gier

 

Am 5.12.2025 erhielt der amerikanische Präsident Donald Trump den FIFA-Friedenspreis. Das war quasi einer der für jeden sichtbarsten Punkte der Korruption und die fast dreist-unverhohlene Art, wie der Verein sich mittlerweile öffentlich gibt. Die jedem bewusste Anbiederung an den Präsidenten des Gastgeberlandes der WM 2026 übertrumpft damit die hinter verschlossenen Türen statt findenden Wahl des kommenden Gastgebers, einer sogenannten Wahl, die aber in der Vergangenheit mehr als einmal mit Geld erkauft war – d.h. aber auch, dass sich auf der anderen Seite mehr als eine Person gerne bestechen oder belohnen lässt.
Und die FIFA, die sich zwar offiziell gerne Weltverband nennt, ist aber, was sie eben nicht gerne nach vorne stellt, ein gemeinnütziger Verein, bekommt damit auch Steuervergünstigungen. Als mit einer der größten Vereine ist es umso moralisch verwerflicher, sich als gemeinnützig darzustellen, aber am Ende nur den eigenen moralischen Verfall öffentlich zu machen.
Trump erhielt nämlich leider keinen Friedensnobelpreis (wofür auch) und in seinem narzisstischen Antatschen und Aneignen von allem, komplett ohne Leistung zu erbringen, nur aus reiner Gier und Geltungssucht, wurde danach gebauchpinselt, als man etwas ins Leben rief, was es nie gab und danach auch nie wieder geben wird. Nur um jemandem zu gefallen. Die WM war schon vergeben, die Stadien gebaut, die Ticketverkäufe liegen, es bestand nicht einmal eine nachvollziehbare Notwendigkeit, nein, die FIFA entschloss sich zu diesem Schritt, weil sie ebenso gierig und narzisstisch ist.

Am 21.2.2026 trat die FIFA Trumps „Friedensrat“ bei. Einer sinnlosen Veranstaltung, die sich einmal getroffen hat und bei der ein Mitglied erst einmal eine Milliarde berappen durfte, um aufgenommen zu werden, schließlich geht es um den Frieden – und die Geldbörsen der Trump-Familie. Das versteht die FIFA natürlich und so nahm man auch bei dieser lächerlichen Eskapade teil, Geld verteilen, einander zuschustern, darin hat man ja Erfahrung. Kein Staatschef war je so oft im Weißen Haus bei Trump wie FIFA-Chef Infantino und so verwundert es leider keinen, dass dem eigentlich mir roter Karte für das nächste Spiel der KO-Runde gesperrten US-Spieler Folarin Balogun durch persönlichen Anruf des US-Präsidenten das Mitspielen erlaubt wurde.
Kann der Ruf der FIFA noch stärker in Mitleidenschaft gezogen werden? Verwundert es noch, dass die Korruption fast schon offen zu Tage tritt? Infantino scheint sich bewusst zu sein, dass man hier fast schon Narrenfreiheit hat, weil keiner der Mitgliedsverbände revoltiert, so wie auch Trump das eigene Geld scheffelt ohne dass im eigenen Land Konsequenzen zu befürchten wären. Beide geben sich als Sittenwächter der jeweiligen Tugenden, Sportlichkeit, Fairplay hier, Kampf für den „kleinen Mann“ und „Amerika“ dort, doch was zählt ist doch nur die eigene Geltungssucht, die eigene Bereicherung.

In jedem Spiel werden die Überblendungen, zum Beispiel bei Wiederholungen, unnötigerweise mit FIFA-Logo ausgeführt, doch dass dies zumindest hierzulande kaum noch etwas Wert ist zeigen die dieses Jahr, auch vor dem Ausscheiden der Nationalelf, nicht vorhandenen Devotionalien. Seit der WM in Quatar fehlt der Enthusiasmus bei vielen in Deutschland, nicht wegen des Sports, sondern wegen der Hintergründe. Ein paar Fähnchen fürs Auto, ein Becher bei einer Schnell-Fress-Kette – das ist immerhin die „gute“ Seite der Auswirkungen, der Verlust beim wichtigen Marketunggeschäft, auch wenn das global nicht reicht. Die FIFA optimiert Ausfälle ganz einfach durch eine größere WM. Waren es zuvor 32 Länder, die an dem Wettbewerb teilgenommen haben, sind es 2026 nun 48, das heisst es wurde um die Hälfte aufgestockt. Den (meist kleineren Fussball-)Nationen sei es gegönnt, doch der Gedanke ist sichtbar nicht Menschenliebe oder Einigkeit durch Sport, sondern Profitmaximierung bzw. -Ausgleich.

Aber wie in der USA mit einem Präsidenten, der nur in die eigenen Taschen wirtschaftet, scheint man alles durchgehen zu lassen, ist man entweder in den Führungsgremien selbst am Gewinn beteiligt oder einfach nicht mutig genug, den Schritt zu gehen, den man (gerade in Anbetracht des Abschneidens der Nationalmannschaft) hätte gehen müssen – raus aus dem Verband der Schande, auch wenn es am Anfang schwer ist, aber so wie die Dinge sind, dürfen sie nicht sein. Das eigens einmal eiligst eingerichtete Anti-Korruptions-Gremium, die sogenannte „FIFA-Ehtik-Kommission“, zeigt, dass sich ganz genau gar nichts ändern wird.

Nicht ohne Druck.
Nicht ohne dass das geliebte Geld weniger wird.
Nicht ohne großen Knall.

Und so lange alle zu feige dafür sind, wird sich daran nichts ändern, denn dass sich das im Verband selbst reguliert, ist nach all den unzähligen Skandalen so wahrscheinlich wie dass der FC St. Pauli Europameister wird oder Schottland jemals eine WM gewinnt.