In Berlin lässt man sich nicht lumpen und das Cinemaxx hat gleich den aller kleinsten Saal in der Geschichte der Menschheit dafür reserviert, 21 Plätze - kleiner als ein durchschnittliches Wohnzimmer und wahrscheinlich kleiner als der durchschnittliche Fernseher, zu besten Zeiten, also von 11.20 bis 13.40, ist alles dabei bei der täglichen Vorstellung. Es gibt geradeso noch Karten - nur noch 21, also wer nicht zu spät kommen will, einen der noch übrigen 21 von 21 Plätzen zu ergattern, der sollte sich beeilen.
40 Millionen hat der Werbefilm gekostet, den amazon anscheinend
direkt als Abschreibungsprojekt gestartet hat – dazu kommen, offiziell
geschätzte 35 Millionen Werbekosten dazu – das macht insgesamt 75 Millionen
Dollar, also der teuerste “Dokumentarfilm“ der Welt. Immerhin scheint man noch
Humor zu haben, wenn das Werk als “Dokumentarfilm“ angepriesen wird,
schließlich ist das nichts anderes als ein Homevideo mit Millionenbudget, ein
Werbefilm für - nichts – denn das was beworben wird darin ist nur die Person
per se, eine Leistung, also der Grund einer sogenannten Doku, steht bislang
noch aus – sofern man es nicht als Leistung betrachtet, einfach zu existieren.
Unverständlich ist natürlich auch, dass es bislang keine
einzige Filmkritik in Deutschland dazu gibt und dass oben genanntes Berliner
Kino eines der wenigen ist (hoch geschätzt wird es bundesweit vielleicht 10
Kinos geben, die den sogenannten Film zeigen), das überhaupt eine Vorstellung
dazu macht.
Vielleicht gab es Zuschuss dafür – aber die 21 Plätze voll zu bekommen scheint
schwierig zu sein, die Wahl der Startzeit spricht für wenig Vertrauen in das
Produkt, das eben so platziert ist, dass es vor allem dem restlichen Programm
nicht in die Quere kommt.
In London wurde schon mit zwei verkauften Plätzen ein neuer Besucherrekord
gemeldet und selbst in den USA geht man von einem Rekordeinspielergebnis von hoch
geschätzten 2 Millionen Dollar aus.
Zieht man das Geld ab, das die Kinos behalten, das sind 50
Prozent, dann wird das auf circa eine Million, hoch geschätzt, hinaus laufen –
weltweit – was einen Verlust von 74 Millionen Dollar bedeutet.
Ein perfekter Film also für alle Investoren, die eine
Abschreibung gebraucht hatten, insofern wird der eigentliche Zweck erfüllt
sein. Vielleicht gibt es noch einen Oscar von der FIFA, der Weltverband hat ja
schon erfolgreich einen (einmaligen) Friedenspreis verliehen – insofern könnte
man hier auch doch auch einen Filmpreis vergeben – nominiert in allen
Kategorien wäre das ein voller Erfolg zumindest auf diesem Parkett und ein
weiter skurriler Meilenstein in der derzeit sehr unrühmlichen Geschichte dieses
Verbandes.
Aber immerhin ein passender.
